Es gibt diesen einen Moment, in dem aus einem diffusen Unbehagen eine klare Idee wird. Bei mir war das in einem Restaurant in Benrath — bei La Corte.
Ich saß am Tisch, hatte die Speisekarte in der Hand und bestellte. Wie immer. Aber irgendwo im Hinterkopf lief der gleiche Gedanke ab, den ich schon unzählige Male ignoriert hatte: Was steckt eigentlich drin?
Ich komme aus der Fitnessbranche. Auf Ernährung achten ist für mich kein Trend — es ist Alltag. Aber sobald ich ein Restaurant betrete, bin ich blind.
Im Supermarkt weiß ich alles: Kalorien, Protein, Fett, Kohlenhydrate — auf jeder Verpackung, in jeder App, in jeder Datenbank. Kein Problem. Aber eine Speisekarte? Die sagt mir: Pasta mit Tomatensoße. Punkt. Was das bedeutet — 400 Kalorien oder 900? Proteinreich oder Kohlenhydratbombe? — bleibt mein Geheimnis.
Die „Cheat Day“-Falle
Aus dieser Unsicherheit hatte sich bei mir — und ich weiß, dass ich damit nicht allein bin — eine bestimmte Mentalität entwickelt: Restaurantbesuche sind Cheat Days. Ausnahmen vom Plan. Tage, an denen man sowieso nicht weiß was man isst, also egal.
Das klingt harmlos. Ist es aber nicht. Denn diese Einstellung nimmt mir den Genuss. Statt entspannt essen zu gehen, habe ich immer ein leises, schlechtes Gefühl dabei. Nicht weil ich etwas Falsches esse — sondern weil ich nicht weiß, was ich esse.
Restaurantbesuche dürfen niemandem Bauchschmerzen bereiten, weil man nicht weiß, ob es heute noch in die Kalorien passt. Das ist kein akzeptabler Zustand — das ist ein lösbares Problem.
Der Moment bei La Corte
An diesem Abend in Benrath, als ich die Speisekarte aufschlug und auf die nächste Seite wartete — die Seite mit den Nährwerten, die nicht kam — stellte ich mir zum ersten Mal nicht die Frage „Warum gibt es das nicht?“, sondern: „Warum baut das niemand?“
Und dann: „Was wäre, wenn ich es tue?“
La Corte ist ein gutes Restaurant. Das Essen ist ehrlich, die Atmosphäre entspannt, die Leute nett. Es steht stellvertretend für genau die Art von Lokal, die es verdient, dass Gäste informiert und entspannt dort essen können. Nicht mit Fragezeichen im Kopf — mit gutem Gewissen und vollem Genuss.
Von der Idee zur Plattform
Die Idee war schnell skizziert: Eine Website, die für Restaurants in einem bestimmten Stadtbezirk die Speisekarten digital abbildet — ergänzt um geschätzte Nährwerte, Allergeninformationen und einen Live-Rechner, der sich an die eigene Portionsgröße anpasst.
Kein Abo, keine App-Installation, keine Registrierung. Einfach QR-Code scannen — und nachschauen. Für jeden, egal ob Sportler, Allergiker, oder jemand der einfach nur neugierig ist, was in seinem Essen steckt.
Der Start war klar: Düsseldorf-Benrath. Mein Kiez, die Restaurants die ich kenne, die Gastronomen mit denen ich sprechen kann.
Warum La Corte als Founding Partner?
Als ich La Corte mit der Idee konfrontierte, war die Reaktion das, was ich erhofft hatte: Interesse. Nicht skeptisch, nicht abweisend — neugierig. Das ist der Geist, der KnowYourMeal von Anfang an begleitet hat: Restaurants, die verstehen, dass transparente Informationen kein Risiko sind, sondern ein Vorteil.
Gäste, die wissen was sie essen, kommen entspannter. Sie genießen mehr. Sie kommen wieder.
🍝Was jetzt
KnowYourMeal ist seit Mai 2025 online. Zehn Restaurants in Benrath, über 300 Gerichte mit Nährwertangaben, ein Live-Rechner der auf Portionsgrößen reagiert, Allergenfilter für 9 EU-Codes.
Aber das ist erst der Anfang. Die Idee ist skalierbar. Jeder Stadtbezirk, jede Stadt, die dieses Problem hat — und das ist jede Stadt — könnte ein KnowYourMeal haben.
Ich fange in Benrath an. Weil hier die Idee entstand. Weil hier La Corte ist. Und weil jede große Sache irgendwo anfangen muss — meistens an einem ganz normalen Abend, mit einer Speisekarte in der Hand.
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